PM 11/2026 – 18. September 2026
„Baden-Württemberg muss wieder zum Land der Investitionen werden“
Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Baden-Württemberg unterstützt zentrale Forderungen der „Standortoffensive Baden-Württemberg 2030“. Besonders wichtig sind aus Sicht der MIT flexiblere Arbeitszeiten, eine sichere und bezahlbare Energieversorgung, echte Technologieoffenheit in der Automobilindustrie sowie bessere Bedingungen für Investitionen, Innovation und privates Kapital.
„Baden-Württemberg muss wieder ein Land werden, in dem sich Arbeit, Investitionen und unternehmerisches Risiko lohnen. Dafür brauchen wir weniger Detailsteuerung und mehr Vertrauen in Unternehmen, Beschäftigte und den Markt“, erklärt Dr. Bastian Atzger, Landesvorsitzender der MIT Baden-Württemberg.
Ausdrücklich begrüßt die MIT die Forderung nach einer wöchentlichen statt einer starren täglichen Höchstarbeitszeit. Das schaffe mehr Flexibilität für Betriebe und Beschäftigte und passe zu den Diskussionen, die die MIT zuletzt auch im eigenen Landesvorstand geführt habe.
Auch in der Energiepolitik setze das Papier wichtige Akzente. Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähige Strompreise müssten wieder als zentrale Standortfaktoren verstanden werden. Die MIT hatte bereits am 7. Juli eine deutliche Entlastung bei der Stromsteuer gefordert.
Atzger: „Hohe Energiepreise sind längst ein Wettbewerbsnachteil für unseren Mittelstand. Deshalb müssen wir Belastungen senken und Investitionen in leistungsfähige Infrastruktur priorisieren.“
Bei der vorgesehenen CO₂-Infrastruktur mahnt die MIT zugleich zu Augenmaß. Aus Sicht der MIT sollten europäische Vorgaben nicht durch zusätzliche Anforderungen auf Landesebene verschärft werden. Staatliche Mittel sollten vor allem dort eingesetzt werden, wo sie unmittelbar die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stärken – etwa bei Straße, Schiene, Energie- und Datennetzen sowie bei schnelleren Genehmigungsverfahren.
Besonders unterstützt die MIT die Forderung nach Technologieoffenheit in der Automobilindustrie. Politische Ziele sollten vorgegeben werden, die Wahl des besten technologischen Weges müsse aber Unternehmen, Ingenieuren und dem Markt überlassen bleiben.
Grundsätzlich positiv bewertet die MIT auch den Ausbau von Invest BW. Gerade bei Zukunftsthemen wie Künstlicher Intelligenz brauche der Mittelstand pragmatische Unterstützung. Für eine spürbare Wirkung müsse das Programm zugleich so ausgestattet sein, dass daraus tatsächlich zusätzliche Investitionen im Mittelstand entstehen können. Entscheidend sei aber, dass Förderprogramme technologieoffen, einfach und mittelstandsorientiert ausgestaltet würden. Denkbar sei aus Sicht der MIT zudem eine stärkere Verzahnung von Unternehmen und Hochschulen, damit neuestes technisches Know-how schneller in die betriebliche Praxis komme.
„Förderprogramme sind kein Ersatz für gute Standortbedingungen. Sie müssen zusätzliche private Investitionen auslösen und dürfen nicht zum dauerhaften Förderdschungel werden“, so Atzger.
Beim geplanten ZukunftsFonds BW regt die MIT an, neben Startups stärker auch den etablierten Mittelstand in den Blick zu nehmen. Gerade die Unternehmensnachfolge werde in den kommenden Jahren zu einer der zentralen Herausforderungen für Baden-Württemberg. Neben Finanzierungsfragen müssten deshalb auch rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen für Betriebsübergaben verbessert werden.
Zusätzlich fordert die MIT, die wirtschaftspolitische Standortdebatte enger mit der Bildungspolitik zu verknüpfen. „Arbeitszeitflexibilisierung hilft unseren Betrieben nur, wenn sie auch ausbildungsfähige Schulabgänger und qualifizierte Fachkräfte finden“, betont Atzger.
Atzger abschließend: „Der Kurs der Standortoffensive ist richtig: mehr Arbeit ermöglichen, Energie sichern, Technologie offenhalten und Investitionen beschleunigen. Jetzt kommt es darauf an, daraus schnell konkrete Verbesserungen für die Unternehmen im Land zu machen.“
Pressekontakt: Priv-Doz. Dr. Madline Gund | T + 49 7154 8025 – 140
Über die MIT Baden-Württemberg
Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) ist mit mehr als 25.000 Mitgliedern der stärkste und einflussreichste parteipolitische Wirtschaftsverband in Deutschland. Die MIT setzt sich für die Soziale Marktwirtschaft und für mehr Unternehmergeist in der Politik ein. Die MIT Baden-Württemberg vertritt rund 2.900 Unternehmer, Selbstständige und Gewerbetreibende im Land.
